Klimakrise

Raubbau an den Ressourcen Wir verspielen unsere eigene Existenz!

Golfspiel trotz Waldbrand: Das Foto von Kristi MC Cluer symbolisiert die Unbeschwertheit vieler Menschen angesichts der Klimakrise. (Quelle: Stinger)

30.12.2023: T-ONLINE – MEINUNG

Von Kuno Kirschfeld

Alle Welt redet vom Klima. Dabei sind die Probleme, die auf uns zukommen, viel umfassender: Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist zu groß. Meint unser Gastautor und hat ein paar dringende Vorschläge.

Die Erde stellt Ressourcen für alle Lebewesen zur Verfügung, also auch für uns Menschen. Das Problem: Die Menschheit verbraucht mehr, als die Erde liefern kann. Wenn ein Waldbesitzer mehr Holz entnimmt, als natürlich nachwächst, so verschwindet der Wald nach einiger Zeit – was bleibt, ist ein Grundstück ohne Bäume.

Woher wissen wir, dass die Menschheit zu viel verbraucht? Die Daten stammen aus der Arbeit des Global Footprint Network, einer Non-Profit-Organisation. Jeder hat schon vom ökologischen Fußabdruck gehört oder davon, dass es dreier Erden bedürfte, wenn alle Menschen so leben wollten wie wir Deutschen. Besonders anschaulich ist, was vom Global Footprint Network als der Earth Overshoot Day definiert wurde: Das ist der Tag, an dem die Menschheit so viele natürliche Ressourcen verbraucht hat, wie die Erde fürs ganze Jahr zur Verfügung stellt. Jahr für Jahr verschiebt sich der Earth Overshoot Day.

Erdüberlastungstag: Das Datum, wann die Ressourcen eines Jahres eigentlich verbraucht wären, hat sich seit Jahren immer weiter nach vorne verschoben.
Erdüberlastungstag: Das Datum, an dem die Ressourcen eines Jahres eigentlich verbraucht wären, hat sich seit Jahren immer weiter nach vorne verschoben. (Quelle: Infografik: ha)

Dieser Tag verlagert sich Jahr für Jahr weiter nach vorn im Jahresverlauf. 1970 lag er noch am 31. Dezember, wir hatten also noch nicht mehr verbraucht, als die Erde liefern kann. Ab dann rückte er immer weiter nach vorn. Dieses Jahr gab es erstmals eine gute Nachricht, er verschob sich wieder leicht nach hinten und lag am 2. August. Das bedeutet dennoch: Die Menschheit verbraucht annähernd doppelt so viel Ressourcen der Erde, wie sie dürfte. Was wir der Abbildung außerdem entnehmen können, ist zweierlei. Erstens: Wenn wir weiter so viel verbrauchen, werden sämtliche vorhandenen Ressourcen der Erde nicht in Jahrhunderten, sondern in Jahrzehnten verbraucht sein, etwa zum Ende dieses Jahrhunderts. Und zweitens: Wir haben bereits etwa die Hälfte der Ressourcen der Erde verbraucht. Dass wir bereits zu viel verbraucht haben, wird mehr und mehr erkennbar.

Kritische Grenzen sind überschritten

Im Jahr 2009 hat eine Gruppe um Johan Rockström – heute Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung – in der Zeitschrift „Nature“ einen Bericht vorgelegt, in dem aufgezeigt wird, in welchen Bereichen bereits kritische Grenzen überschritten sind, die nicht hätten überschritten werden dürfen, um die Erde als „sicheren Handlungsraum der Menschheit“ (safe operating space for humanity) zu erhalten. Damals waren es nach den Ergebnissen dieser Forscher der Klimawandel, der Verlust an Biodiversität sowie die zu große Menge an Stickstoff, die wir der Atmosphäre entnehmen, vor allem zur Herstellung von Düngemitteln.

Vor Kurzem stellten diese Forscher fest, dass in der kurzen Zeitspanne von 2009 bis 2023 weitere kritische Grenzen überschritten wurden. So etwa der Süßwasserverbrauch, die Umwandlung der Natur in Nutzflächen, Aerosole in der Luft. Gerade noch im sicheren Bereich liege die Ozeanversauerung. Der Verlust an Biodiversität wird unter anderem daran erkennbar, dass es immer weniger Insekten gibt. Wenn Insekten aussterben, scheint das eher angenehm zu sein: Autoscheiben müssen nicht mehr freigekratzt werden, in Bäckereien muss man sich nicht vor Wespen im Kuchen in Acht nehmen.

Von süßem Kuchen werden Wespen im Sommer besonders angelockt.
Ärgernis beim Bäcker, aber wichtig für die Artenvielfalt: Von süßem Kuchen werden Wespen im Sommer besonders angelockt. (Quelle: Jens Kalaene/dpa)

Die Gefahr wird nicht erkannt, dass unsere Wild- und Kulturpflanzen womöglich bald nicht mehr bestäubt werden, denn das Insektensterben geht weiter. Die zu große Entnahme von Stickstoff aus der Atmosphäre wirkt sich in der Landwirtschaft aus. Die Überdüngung durch intensive Landwirtschaft führt dazu, dass nicht alle Nährstoffe von den Pflanzen aufgenommen werden, sondern über Niederschlagswasser in Flüsse und letztlich ins Meer gelangen. Das fällt niemandem auf.

Dabei sind die Folgen weitreichend: Im Golf von Mexiko hat sich deswegen eine kontinuierlich wachsende „Todeszone“ gebildet, inzwischen etwa von der zehnfachen Größe des Saarlandes, in der Fische nicht mehr leben können. Dort ist der Schaden deshalb jetzt schon erheblich, weil der Mississippi mit seinem riesigen Einzugsgebiet im Golf mündet. Um ein weiteres Problem zu nennen: die Ozeanversauerung. Noch ist sie im sicheren Bereich, sie nimmt aber weiter zu. Daraus wird früher oder später eine Gefahr für Organismen, die ihre Schalen und Skelette aus Kalk aufbauen. Diese Arten bilden oft auch die Basis der Nahrungsketten in den Ozeanen und somit eine Gefahr auch für Meeresbewohner, die für den Menschen wichtig sind.

Was wird, wenn wir so weiterleben?

Daraus ergibt sich die Frage: Was erwartet uns denn, wenn wir so weiterleben wie bisher? Könnten wir erreichen, dass das Ökosystem wieder stabil wird? Dazu müssten wir dafür sorgen, dass der Earth Overshoot Day wieder auf das Ende des Jahres verschoben wird. Prinzipiell könnte das durch zwei Maßnahmen erreicht werden: Entweder müsste die Zahl der Menschen etwa halbiert werden, oder die Menschen müssten ihren Ressourcenverbrauch halbieren. Auch eine Mischung beider Strategien wäre denkbar. Andere Möglichkeiten sind nicht erkennbar. Aber ist wahrscheinlich, dass das erreicht werden kann? Ist es nicht vielmehr so, dass wir uns mehr und mehr einem Zustand nähern, der das Leben der Menschen auf der Erde gefährdet?

Damit wird klar: Selbst wenn auf Klimakonferenzen erreicht werden könnte, dass die Emission von Treibhausgasen auf null gesenkt wird – die anderen wachsenden Probleme werden davon nicht berührt, wie das Artensterben, die Folgen der Überdüngung in der Landwirtschaft, der zu große Süßwasserverbrauch, die Luftverschmutzung, die weiter zunehmende Ozeanversauerung. Ist der Kapitalismus schuld? Um die Situation richtig einschätzen zu können, ist es sinnvoll, sich klarzumachen, wodurch der zu große Ressourcenverbrauch der Weltbevölkerung verursacht wurde: Ist es vor allem das durch den Kapitalismus bedingte Wachstum, wie immer wieder behauptet wird?

Industrieproduktion: Das Wachstum liegt inzwischen vor allem daran, dass die Weltbevölkerung zugenommen hat.
Industrieproduktion: Das Wachstum liegt inzwischen vor allem daran, dass die Weltbevölkerung zugenommen hat. (Quelle: Infografik: ha)

Ein Schaubild zur Industrieproduktion liefert die Antwort. Das Wachstum der Industrieproduktion ist eine wesentliche Ursache der CO2-Emissionen. Die Abbildung enthält auch die Pro-Kopf-Industrieproduktion. Wie erkennbar ist, wuchsen beide gleichermaßen bis etwa zum Jahr 1970, dem Jahr, wo wir noch nicht zu viel Ressourcen verbraucht haben. Ab dann stieg die Industrieproduktion pro Kopf nur noch wenig, bis zum Jahr 2000 um etwa 40 Prozent. Die gesamte Industrieproduktion aber erheblich, auf mehr als das Doppelte. In der Zeit von 1970 bis zum Jahr 2000 wuchs die Menschheit von 3,5 auf 7 Milliarden.

Es muss also diese Zunahme der Weltbevölkerung sein, die die Industrieproduktion so in die Höhe trieb, es war nicht das durch den Kapitalismus bedingte Wachstum. Anders ausgedrückt: Gäbe es weniger als 3,5 Milliarden Menschen auf der Erde, so könnten wir weitgehend so leben wie bisher, ohne zu viel Ressourcen in Anspruch zu nehmen. Um die Erde nicht zu zerstören, schlug die Journalistin Ulrike Herrman in ihrem Buch „Das Ende des Kapitalismus“ einen Weg vor, wie das verhindert werden kann: grünes Schrumpfen. Also Einschränkungen unserer Lebensweise so weitgehend, dass wir CO2-neutral leben können.

Nur: Damit ließe sich zwar das Klima beeinflussen; worauf es aber ankäme, wäre, den ökologischen Fußabdruck wieder auf 1 zu bringen. Genauso wenig genügt es, „die Welt zu einem Garten zu machen“, wie es der Journalist und Gärtner Jakob Augstein vorschlägt: Grün in die Städte zu holen, um sie abzukühlen. Aus dem Gesagten folgt auch, dass das, was Klimaaktivisten fordern, zu wenig ist, um die Welt zu retten.

Was zu tun bleibt

Wir müssen versuchen, all das in Betracht zu ziehen, was Wissenschaftler aufgezeigt haben; und zwar nicht nur Klimaforscher, sondern auch solche, die sich gefragt haben, was wir tun müssten, um einen „safe operating space for humanity“ aufrechtzuerhalten. Da sich der Earth Overshoot Day nicht mehr auf Ende Dezember wird verschieben lassen, müssen wir versuchen, uns so weit wie möglich auf die unausweichlich auf uns zukommenden Probleme vorzubereiten.

Kuno Kirschfeld war Direktor der Abteilung Vergleichende Neurobiologie am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik von 1968 bis zu seiner Emeritierung 2002. Seine Arbeitsgebiete beinhalteten die Primärprozesse und Phototransduktion in den Photorezeptoren von Insekten und die Ionenregulation im Nervensystem.

Klimawandel wird aktuelle Probleme einholen – auch die Migrationsdebatte

Ein Kommentar von Daniela Vates, 08.11.2023

Klimawandel in Bolivien: Ein Boot steht an einem fast ausgetrockneten Ufer des Titicacasees. Aufgrund niedriger Niederschläge und großer Hitze ist der Pegel unter seinen historischen Tiefstand gesunken. © dpa

Das Drama lässt sich über den Wein erzählen. In diesem Jahr wird voraussichtlich so wenig davon produziert wie seit 60 Jahren nicht. Der Grund ist extremes Wetter: viel zu trocken, viel zu viel Regen. Wo Alkohol im Spiel ist, liegt die Komik nah. Allerdings handelt es sich in diesem Fall um Galgen­humor, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn zu lachen gibt es herzlich wenig, die Lage ist dramatisch, und zwar ganz existenziell.

Der EU-Klimawandel­dienst Copernicus vermeldet den wärmsten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen 1940. Die Meere waren deutlich zu warm, Temperatur­rekorde gab es auch hier. Das Eis in der West­antarktis schmilzt selbst in den positivsten Szenarien rapide. Die Schweizer Gletscher verloren in den vergangenen zwei Jahren so viel Eis wie in den 30 Jahren davor. Die Auswirkungen sind auch in Europa zu spüren: In Deutschland werden im Sommer plötzlich Ventilatoren zum Verkaufshit, Flüsse trocknen aus, Berge geraten ins Rutschen, und der Wein – und nicht nur der – wächst nicht mehr so gut.

Wetter­extreme vernichten Existenz­grundlagen, Felder, Unterkünfte, sie treiben Menschen in die Flucht. Der Zusammenhang mit der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, mit der Abholzung von Wäldern ist offenkundig.

Klimawandel: Migration wird zunehmen, wenn Wüsten sich ausbreiten

Es tut also not, übers Wetter zu reden, und zwar dringend. Das bedarf mehr als Bekenntnissen zum Klimaschutz, es bedarf der Bereitschaft zum Handeln. Dazu gehört es, nicht auf andere zu warten, sondern selbst anzufangen. Dazu gehören ein Umbau der Industrie und der Energie­versorgung und auch ein verändertes Verhalten der Menschen. Dazu gehört es, Bequemlichkeit nicht mit der vermeintlichen Einschränkung von persönlicher Freiheit zu verwechseln und dabei im Namen von Currywurst und Tempo 300 jegliches Umdenken wegzuwischen.

Artensterben, Wassermangel, Hitze: Forscher warnen vor Risiko-Kipppunkten

Tageschau 25.10.2023

Zu wenig Wasser, aussterbende Tierarten, zu hohe Temperaturen: Forscher benennen in einem neuen Report sechs Risiko-Kipppunkte. Sind sie überschritten, ist es kaum noch möglich gegenzusteuern.

Von Artensterben über Wassermangel bis zu den Gefahren von Weltraumschrott – sogenannte Schlüsselrisiken bedrohen die Welt. Die Folgen könnten zu unumkehrbaren Schäden führen, wenn die Menschheit nicht umsteuert. Das ist die Botschaft des nun veröffentlichten Reports „Interconnected Disaster Risks“ der Universität der Vereinten Nationen in Bonn.

Artensterben, Wassermangel, Hitze: Forscher warnen vor Kipppunkten | tagesschau.de

Update am Morgen:“Biblische Katastrophen“ in Griechenland

von Antje PieperDatum:06.09.2023 06:00 Uhr

Antje Pieper

Guten Morgen,

mehr Regen als bei der Flutkatastrophe im Ahrtal! So warnt der Deutsche Wetterdienst vor Sturmtief Daniel, das derzeit über Griechenland zieht. Bis morgen könnte es in Mittelgriechenland zu Niederschlagsmengen von 1.000 Liter auf den Quadratmeter kommen. Das sei „derart extrem, dass es katastrophale Folgen hat“, sagt ZDF-Wetterexperte Özden Terli.

Die Regenmenge eines Jahres in drei Tagen, das verkraftet kein Untergrund.

Özden Terli, ZDF-Wetterexperte

Binnen zwei Stunden wurden in der Nacht zum Dienstag allein in den Städten Larisa und Volos 12.000 Blitze gezählt. Autos wurden von Fluten einfach weggetragen, Menschen mit Schlauchbooten aus ihren Häusern gerettet. Ein Mann starb, als das Wasser eine Mauer zum Einsturz brachte:

Zu ist ein rotes Auto in den Wassermassen zwischen Häusern in Volos/Griechenland.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/griechenland-unwetter-starkregen-waldbrandgebiete-trockenheit-video-100.html

In Griechenland, einem Land, das noch vor kurzem mit heftigen Waldbränden kämpfen musste, heißt es also jetzt: extremer Starkregen. Von „biblischen Katastrophen“ sprechen angesichts der Unwetter griechische Medien.

Klimakatastrophe: Konzerne vor Gericht?

Monitor 10.08.2023 10:31 Min. UT Verfügbar bis 30.12.2099 Das ErsteVon Herbert Kordes, Laura Niedermüller

Sie verdienen Milliarden bei der Kohleverstromung oder der Zementproduktion: Großkonzerne mit enormem C02 Ausstoß, die seit Jahrzehnten dem Klima schaden. Doch wenn es darum geht, für die Folgen des Klimawandels mit aufzukommen, fühlen sich die großen Konzerne nicht zuständig. Immer mehr Juristinnen und Juristen bringen die größten Energiekonzerne jetzt vor Gericht und fordern, dass auch sie sich an den Kosten der Klimakatastrophe beteiligen.

Von Herbert Kordes, Laura Niedermüller

Klimawandel im Mittelmeerraum: 40 Grad im Frühling

Der Mittelmeerraum kämpft mit Hitze und Dürre. For­sche­r:in­nen haben die Ursache für die hohen Temperaturen untersucht. Die ist nicht nur natürlich.

Erntearbeiter beim Olivenernten

Olivenernte in Sevilla im Oktober 2022: Weniger und schlechtere Oliven durch Dürre und HitzeFoto: Raul Caro/efe/epa

BERLIN taz – 05.05.2023 | Der Alltag wird zum Luxusgut: Olivenöl ist deutlich teurer geworden. Rund 20 Prozent mehr haben deutsche Ver­brau­che­r:in­nen zum Beispiel im März für das beliebte Nahrungsmittel gezahlt, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. In anderen Ländern ist der Anstieg teils noch steiler. Währenddessen gehen die Kosten für die Herstellung weiter durch die Decke.

„Die Preise liegen jetzt höher als jemals zuvor“, sagt Kyle Holland von dem Analyseunternehmen Mintec in einem Video-Update. Er beobachtet die Branche kleinteilig. „Es war zu trocken, die Bäume haben nicht genug Wasser bekommen“, erklärt er und zeigt eine Grafik zur Olivenölproduktion im Jahresvergleich. Der Balken für die Saison 2022/23 in Spanien ist nicht einmal halb so lang wie der vom Vorjahr, auch in Italien und Portugal zeigt sich der Rückgang. „Eine Rolle spielt auch die Hitze, das wirkt sich auf die Qualität aus“, so Holland.

Der Trend dürfte Bestand haben. Schließlich kämpft der westliche Mittelmeerraum erneut mit Extremhitze und Dürre. Schon Ende April herrschten in Spanien, Portugal, Marokko und Algerien teils Temperaturen um die 40 Grad, wie sonst im Juli oder August. Das sind rund 20 Grad mehr als üblich und übertrifft sogar die bisherigen örtlichen Rekorde im April um bis zu 6 Grad.

Die Wetterlage mit all ihren schweren Folgen für Landwirtschaft und Gesundheit ist kein Zufall – sondern wurde durch die Klimakrise deutlich begünstigt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Forschungsinitiative World Weather Attribution.

Mindestens 100-mal wahrscheinlicher durch Klimakrise

Die Hitzewelle in Spanien, Portugal, Marokko und Algerien habe der Klimawandel mindestens 100-mal wahrscheinlicher gemacht, heißt es von den internationalen Wissenschaftler:innen. Ohne die menschlich verursachten Treibhausgase wären solche Temperaturen im April demnach „fast unmöglich“ gewesen.

„Die intensive Hitzewelle kam noch zu einer ohnehin existierenden mehrjährigen Dürre hinzu, verschärft den Wassermangel in den westlichen Mittelmeerregionen und bedroht die Ernte 2023“, sagte Fatima Driouech, Klimaforscherin an der Mohammed VI Polytechnic University im marokkanischen Ben Guerir, die an der Studie mitgearbeitet hat. „Während sich der Planet erwärmt, werden solche Situationen häufiger und erfordern langfristige Planung, nachhaltige Landwirtschaftsmodelle und ein effektives Wasser-Management“.

Die Studie haben die Wis­sen­schaft­le­r:in­nen selbst veröffentlicht, also nicht in einem Fachmagazin und ohne die Prüfung unabhängiger Kolleg:innen, wie das sonst üblich ist. Das Ziel der Gruppe: Sie will die Öffentlichkeit schnell darüber informieren, was aktuelle Wetterextreme mit dem Klimawandel zu tun haben. Dafür nutzt das Team aber erprobte Methoden, die den konventionellen Veröffentlichungsprozess sehr wohl durchlaufen haben.

Vereinfacht gesagt: Die Forschenden füttern viele verschiedene Klimamodelle mit den meteorologischen Details des Wetterereignisses – einmal mit den Rahmenbedingungen der aktuellen Welt und einmal mit denen einer fiktiven Welt ohne menschliche Treib­hausgase. Dann wird verglichen. Ist das Wetterereignis im ersten Fall häufiger zu erwarten, kann man das auf den menschengemachten Klimawandel zurückführen.

Auf diese Weise haben Studien zum Beispiel schon gezeigt, dass der Starkregen während der Ahrtalkatastrophe durch den Klimawandel bis zu neunmal wahrscheinlicher war.

Italien ernennt Anti-Dürre-Sonderkommissar

„Das Mittelmeer ist eine der verletzlichsten Regionen in Europa, was den Klimawandel angeht“, sagte die Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London, die World Weather Attribution leitet und als Pionierin des Fachs gilt. „Wenn wir nicht schnellstens aufhören, fossile Kraftstoffe zu verbrennen, und uns nicht an ein heißeres, trockeneres Klima anpassen, werden die Schäden und Verluste in der Region dramatisch ansteigen.“

Spaniens Regierung hat Ende April bereits Notfallhilfen der EU beantragt: Zu schlecht geht es der Landwirtschaft durch die Dürre. Auf einem Drittel der Landesfläche gilt der Notstand, die Wassernutzung ist streng reguliert. Viele Land­wir­t:in­nen müssen dichtmachen, weil die Ernten ausbleiben.

Auch in anderen Ländern herrscht große Sorge. Italien hat am Freitag einen Sonderkommissar für den Kampf gegen Trockenheit und Dürre benannt. Sein Name soll Programm machen: Er heißt Nicola Dell’Acqua, wortwörtlich etwa Nicola vom Wasser.

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-1184199.html

Ein Schiff fährt unter der Waalbrücke im niederländischen Nijmegen hindurch. Der Fluss führt wegen der Trockenheit nur noch wenig Wasser. | dpa

Klimabericht für Europa

Beispiellose Hitze und Dürre Tageschau 20.04.2023

Hohe Temperaturen, Trockenheit, Gletscherschwund: 2022 war das Jahr der Rekorde in Europa. Das geht aus dem Bericht des Klimabeobachtungsdienstes Copernicus hervor. So erlebte der Kontinent den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Durchschnittstemperaturen in Europa haben im vergangenen Jahr neue Höchstwerte erreicht. Das geht aus dem Jahresbericht des europäischen Klimabeobachtungsdienstes Copernicus hervor, der in Bonn veröffentlicht wurde.

Demnach erlebte der Kontinent den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und das zweitwärmste Jahr insgesamt. Auch bei der Sonneneinstrahlung, dem Gletscherschwund in den Alpen und der Zahl der Tage mit extremer Hitze in südeuropäischen Ländern wurden Rekorde registriert. Zugleich setzten Waldbrände so viel CO2 frei wie seit 15 Jahren nicht.

Bericht des Weltklimarats „Die Klima-Zeitbombe tickt“

Stand: 20.03.2023 16:59 Uhr

Deutlich wie nie zuvor hat der Weltklimarat vor dem Klimawandel gewarnt und drastische Maßnahmen gefordert, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Denn die 1,5-Grad-Grenze werde schon im nächsten Jahrzehnt überschritten.

Bericht des Weltklimarats: „Die Klima-Zeitbombe tickt“ | tagesschau.de

Schutz von Tieren und Pflanzen:9.000 Arten in Deutschland gefährdet

Datum:02.03.2023 12:50 Uhr

Bis Ende des Jahrhunderts könnten weltweit eine Million Arten ausgestorben sein. Experten mahnen zu mehr Schutz von Lebensräumen und raschem Handeln gegen die Erderwärmung.

9.000 Arten in Deutschland gefährdet – ZDFheute

Französische Atlantikküste:Klimawandel: Wohnblock muss weichen

Datum:05.02.2023 07:12 Uhr

Das Ende eines Urlaubstraums: An der französischen Atlantikküste muss wegen Erosion der erste Ferien-Wohnblock abgerissen werden.

Klimawandel: Wohnblock in Frankreich muss Meer weichen – ZDFheute

Artensterben betrifft auch Deutschland !Das Artensterben betrifft nicht nur den Regenwald: So sind in Deutschland bereits rund 75 Prozent aller Insekten verschwunden. 

Von global geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind Wissenschaftlern zufolge eine Million vom Aussterben bedroht. Dabei sind nicht nur etwa die Tropenwälder betroffen. Auch in Deutschland ist der Rückgang der Artenvielfalt dramatisch! Hier trifft es vor allem viele Vogelarten, sagt die Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums dem ARD-Hauptstadtstudio. In der Agrarlandschaft, also auf Äckern, Wiesen und Weiden haben die „Bestände der Vögel dort in den letzten 25 Jahren um rund 30 Prozent abgenommen“.

Die Feldlerche gilt in Deutschland als gefährdet. Bild: picture alliance / blickwinkel/

ARD-Dokumentation – Massiver Anstieg von Kohlendioxid

Stand: 01.11.2022 16:23 Uhr

Einen so schnellen CO2-Anstieg wie jetzt habe es noch nie gegeben, warnen Klimaforscher. Sie sammeln Belege, wie Klimawandel, Erderwärmung und die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre zusammenhängen.

Von Nick Schader, Thomas Aders, Stefan Venator, SWR

ARD-Dokumentation: Massiver Anstieg von Kohlendioxid | tagesschau.de

https://www.rnd.de/medien/terra-x-moderator-harald-lesch-die-leute-haben-nicht-verstanden-wie-dramatisch-der-klimawandel-ist-ZCB3HEWQ4VHH5LAXWK6753NA24.html

Die Natur braucht uns Menschen nicht – Wir Menschen brauchen die Natur!“ Hannelore Elstner

Marktplatz Spellen

Die Klimakrise steht bei uns direkt vor der Haustüre – und klopft an! Der Dinslakener Rotbach ist das dritte Jahr in Folge ausgetrocknet! Der Rheinpegel Götterswickerhamm ist auf Extrem Niedrigstand! Selbst die eigentlich feuchten Wiesen in der Abtsmiers sind braun gefärbt! Junge Vögel verdursten, weil sie keine Wasserstellen finden! In Holland liegen die Boote im Schlamm! In unserer Hauptstadt brennt der Grunewald! Die Bezirksregierung Münster untersagt der Entnahme von Wasser aus der Ems! Die Stadtverwaltung Voerde und das deutsche Unternehmen „Greenfield Developement“ wollen einen „Logistikpark“ anstelle eines Co2 abbauenden Biotops!

Spitzenreiter Deutschland

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/iq-wissenschaft-und-forschung/soziale-folgen-des-klimawandels-102.html

Landschaft und Rhein in Spellen Ork am 11. August 2022